Jan
20
2010
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Rummelsnuff – Die Band

Die Gruppe um den Sänger Roger Baptist nennen ihre Musik sehr passend ‘derbe Strommusik’. Baptist spielte und sang früher in der bekannten Dresdener Band ‘Freunde der Italienischen Oper’ (FDIO). Genau genommen handelt es sich bei Rummelsnuff weniger um eine Band als um ein Soloprojekt; nur auf Tour wird er von verschiedenen Musikern begleitet.

Anfang 2008 veröffentliche Rummelsnuff den einzigen bisher erschienen Tonträger mit dem Namen ‘Halt’ durch!’ auf dem Label Zickzack!. Die dreizehn Stücke auf der CD geben einen guten Überblick über das Schaffen von Roger Baptist: der erste Song handelt von einem Hund und seiner Verbundenheit zum Menschen bis zum Letzten; ein typischer Introsong. ‘Halt’ durch!’ als zweites Lied ist eines der Besten und erinnert schon fast an einen modernen Hans Alberts. Auch im dazugehörigen Video wird meiner Meinung nach darauf angespielt.

Danach kommt ‘Ringen’ ein Lied aus der Kategorie ‘Sporthymnen’ zu denen auch ‘Hammerfest’ und ‘Vollnarkose’ gehören und die mir persönlich am wenigsten zusagen. ‘Halbstark und laut’ ist der zweite große Hit. Schön ruhig, verzählt er über das Leben, das Sterben und die Freundschaft.  Nur die von Roman Shamov ‘elfengleich’ gesungene Strophe will nicht so richtig in das Lied passen.

‘Mongolid’ ist ein interessantes Cover des gleichnamigen Liedes der Band DEVO, wenn auch bestimmt nicht das erste und einzige. ‘Kumpel, Glück auf’, ‘La Rochelle’ und’ ‘Rummelkäpt’n’ sind wieder etwas ruhigere Lieder im Hans Alberts Stil und gefallen mir sehr gut. Alles in allem eine schöne Scheiben und für alle die sie noch nicht kennen und denen die hier vorgestellten Stücke zugesagt haben einen Blick wert.

Auch auf einem Konzert in Nürnberg Ende 2008 konnte Rummelsnuff überzeugen. Besonders da der Hirsch nicht unbedingt zu meinen Lieblingskonzertorten zählt. Das bisher letzte Lebenszeichen ist die  Bécaud-Hommage „Nathalie“ die man seit April 2009 auf Youtube bewundern kann.

Links:
Homepage von Rummelsnuff
Rummelsnuff auf Myspace

Written by MaS in: Kultur, Musik, Video | Schlagwörter:, , ,
Jan
14
2010
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Googles App Engine – Schnelltest

Nachdem ich hier vor kurzem Googles Goggles abgefeiert habe, geht es diesmal um Googles App Engine. Ein weiteres (kostenloses) Spielzeug aus den Labor des Suchmaschinengiganten. Für die Benutzung langt ein ganz normaler Google(mail) Account. Die Anwendungen können in Java oder Python programmiert werden, andere Interpreter stehen z.Zt. leider nicht zur Verfügung sollen aber (gerüchteweise) im Laufe der Zeit noch nachgereicht werden. 

Grundsätzlich stellt einem Googles App Engine (GAE) pro Application, von denen man 10 Stück anlegen kann, folgende Webservice (pro Tag) zur Verfügung:

  • 1 GByte Datenspeicher für Anwendungen und statische Daten
  • 2 GByte Datentransfer für eingehenden und ausgehenden Verkehr
  • 1,3 Millionen Zugriffe
  • 6,5 Stunden CPU Time für Anwendungen

und einiges mehr, wie eine eMail API, Imagemanipulation und eine einfache Datenbank, welche leider nicht SQL kompatibel ist, für einfache Aufgaben aber völlig ausreicht. Nach dem überschreiten eines der Freikontingente wird der betroffene Service für den aktuellen Tag abgeschaltet, für wenig Geld kann man aber alle Dienste beliebig erweitern.

google_app_engine

Zum Test habe ich zwei Bilder (besonders das große Hintergrundbild), zwei Javascript- und eine CSS-Datei aus diesem Blog auf die GAE ausgelagert. Dazu muss man auf dem eigenen Rechner den Googles App Engine Launcher installieren. Dieser synchronisiert die lokalen und die Verzeichnisse des Applikationservers und startet/stoppt die gewünschten Anwendungen. Das klingt am Anfang etwas kompliziert geht aber nach kurzer Eingewöhnungszeit locker von der Hand  und soll meiner Meinung nach auch verhindern das dieser Google Service zum reinen Filesharing missbraucht wird.

Nachdem ich die gewünschten Files überspielt und die entsprechenden Änderungen in Wordpress vorgenommen hatte wurden die Daten ab sofort nicht mehr von meinem Webserver sondern von der GAE abgerufen. Und obwohl diese in den Vereinigten Staaten steht sind die Zugriffszeiten nicht höher als vorher. Dafür entlasten die ausgelagerten Daten  meinen Webserver um ca. 4000 Zugriffe und sparen mir z.Zt. im Durchschnitt 500 MByte Traffic pro Tag.

Zum testen einer Anwendung bin ich aus Zeitmangel leider noch nicht gekommen, werde dies aber sobald wie möglich nachholen. So ist in der letzten c’t z.B. ein sehr interessanter Artikel über die GAE mit einer kleinen Bloganwendung in Python. 

Googles App Engine ist für jeden der eine kleine Anwendung online stellen will oder einfach ein paar sperrige Dateien auslagern will einen Blick wert, da es in der Grundausführung kostenlos ist und bei nicht Gefallen keine weiteren Verpflichtungen nach sich zieht.

Links:
Google App Engine
c’t Artikel



Written by MaS in: Technik, Web | Schlagwörter:, , , ,
Jan
05
2010
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Von Häusern und Brücken

Neues Jahr, alte Geschichten: das ‘bunte’ Haus hatte ich hier schon mal in einem kurzen Posting erwähnt, das Ganze war aber so absurd das ich rückblickend doch noch einmal darüber berichten möchte. ReblhausBesonders wenn man die ganze Sache noch mit einem anderen Ereignis verknüpft; da beide zeitlich und räumlich sehr nah beieinander liegen.

Im Frühjahr letzten Jahres ließ der Regensburger Malermeister Rebl eines seiner Häuser vom Künstler Carsten Kruse in kunterbunten Farben bemalen. Neuer BaumarktNicht ganz selbstlos, sondern bestimmt auch um ein wenig Werbung für sein Geschäft zu machen, aber trotzdem eine durchaus sympathische Aktion. Besonders da der Standort des Hauses alles anderes als zu einem der hübschesten Flecken Regensburg zählt. So sind eine vielbefahrene, vierspurige Durchgangsstraße und ein äußerst grauer Zweckbau die nächsten Nachbarn und auch ein gerade an der gleichen Straße neu erbauter Baumarkt hat den Charme einer Bunkeranlage aus den frühen 40er Jahren.

Und auch die Mehrzahl der Regensburger Bürger, nicht unbedingt Menschen mit ultraprogressiven Vorstellungen, fanden das ‘Fleckerlhaus’ als optische Bereicherung. ReblhausGanz anderes dagegen die Regensburger Stadtverwaltung: hätte man vorgeschlagen den Dom rosarot zu streichen der Aufschrei der Empörung hätte wohl nicht größer sein können. Von ‘Verunstaltung’ und ‘Verkehrsgefährdung’, von einer imaginären Sichtachse zur Walhalla und anderen obskuren Dingen wurde da von Städtischer Seite fabuliert. Und auch ein mehr als dubioser Gestaltungsbeirat, den es anscheinend nur in Regensburg gibt und der keinerlei rechtliche Grundlagen hat wurde aus dem Hut gezaubert um dem armen Malermeister das Leben schwer und das ‘bunte’ Haus wieder anständig weiß zu machen.

Und jetzt kommt meiner Meinung noch das ‘Sahnehäubchen’ auf diese Geschichte. Den zur gleiche Zeit, zu der sich in meinen Augen die Stadtamhof Brückegesamte Stadtverwaltung nur noch mit dem Causa Rebl befasste, sah es keine 200 Meter entfernt seit über einem Jahr aus wie kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieg. Dort hatte Anfang 2008 ein anscheinend etwas verwirrter holländischer Binnenschiffer seinen Autoladekran unter einer Brücke hochgefahren und damit zielsicher eine Gasleitung getroffen die sofort in Flammen aufging. Danach sah die Brücke aus als hätte sich gerade die 4. Amerikanische Luftflotte ganz persönlich mit ihr befasst. (Auf dem Foto sieht man rechts oben das Reblhaus um die Entfernung zu verdeutlichen)

Mit dem ‘Ableben’ der Brücke war ein gesamter Regensburger Stadtteil, mit dem Auto, nur noch über eine einzige(!), weit entfernte Brücke zu erreichen und Stadtamhof Brückeder Personennahverkehr (RVV) wurde ‘sicherheitshalber’ auch gleich mit eingestellt. Aber anstatt jetzt alle Hebel und Mittel in Bewegung zu setzen um diesen Schandfleck und wirkliches Verkehrshindernis zu beseitigen, wurde in diesem Fall erst einmal überhaupt nichts unternommen, mit so glaubhaften Aussagen wie ungeklärte Versicherungsfragen und notwendigen Europäischen Ausschreibungen. Wäre der Wiederaufbau nach dem Krieg mit dem gleichen Tempo vorangegangen, wir säßen alle noch in einem Trümmermeer.

Das ‘bunte’ Haus darf anscheinend nach über einem halben Jahr Streiterei bleiben, wann Stadtamhof wieder eine Brücke bekommt steht weiterhin in den Sternen.



Written by MaS in: Kultur, Politik, Regional | Schlagwörter:, , ,

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